User Experience: Der USP für Ihre SaaS-Lösung

Der Markt für Software-as-a-Service ist lukrativ, aber umkämpft. Wer die Herzen der Kundinnen und Kunden erobern will, braucht mehr als innovative Features und Funktionen. SaaS User Experience ist das Zauberwort. Was sich genau dahinter verbirgt und was sie ausmacht, lesen Sie hier.

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André Bachofner | 21.06.2022

UI Design, bei dem ein Mann im Vordergrund abgebildet ist

Die Suche nach „Der Richtigen”

HRM, CRM, PIM – Saas-Lösungen sind längst fester Bestandteil des Unternehmensalltags im B2B. Mitarbeitende aus Vertrieb, Produktion, Logistik und anderen Unternehmensbereichen verbringen ihren gesamten Arbeitstag mit diesen und ähnlichen Tools. Kein Wunder also, dass Entscheider:innen bei der Auswahl der passenden Software ganz genau hinschauen – und sich von einer Testversion zur nächsten hangeln. 

Die Suche nach der „Richtigen” wird damit zum Speeddating. Und hier zählt erstmal der erste Eindruck, sprich: das „Look & Feel” der Software. Denn wenn Ihre User schon mit der äußeren Schale nichts anfangen können, werden sie sich nicht bis zum Kern vorarbeiten. Klingt hart. Ist es auch.

Erst im zweiten Schritt geht es um die „inneren Werte”. User müssen das Gefühl bekommen, dass Ihre Software sie versteht und ihnen tatsächlich bei der Arbeit hilft. Nur dann werden sie sich dauerhaft binden. 

Kurz gesagt: Es geht um die User Experience Ihrer SaaS-Anwendung. Sie ist der Schlüssel zum Herzen Ihrer Kundinnen und Kunden – und ein echter USP gegenüber dem Wettbewerb.

Ihre Software muss auf den ersten und den zweiten Blick überzeugen!
André Bachofner Director UX & Inhaber SNK

4 Kriterien einer herausragenden SaaS User Experience

Was genau macht eine herausragende User Experience im SaaS-Kontext aus? Wie wird Ihre Software „usable”? Indem sie die folgenden vier Kriterien erfüllt:

  1. Sie hilft Ihren Usern durch geschickte Nutzerführung dabei, ihre Aufgaben schnell und effizient zu erfüllen.
  2. Sie reduziert Komplexität und bietet Orientierung: Daten, Informationen und Prozesse werden leicht verständlich visualisiert und aufbereitet. 
  3. Sie schlägt die Brücke zwischen Ihren Geschäftszielen und den Bedürfnissen Ihrer User.
  4. Sie ist responsive und bietet über alle Geräte hinweg eine optimale technische Performance.

1) SaaS UX-Design: User Flows und Nutzerführung

Ihre User wollen vor allem eins: ihre Aufgaben erfüllen. Und zwar so schnell und bequem wie möglich. Egal ob sie ein neues Produkt anlegen, Lieferketten kontrollieren oder Geschäftsdaten analysieren möchten – alles muss in ein paar Klicks erledigt sein.

Damit das gelingt, müssen nicht nur das Aufgabenspektrum der Nutzer:innen bis ins letzte Detail bekannt sein. Es gilt, auch den geschäftlichen Gesamtkontext zu überblicken, in den sie eingebettet sind. „Vereinfachen” geht eben nicht ohne „Verstehen”. 

Und damit sind wir bei einer der Grundlagen des SaaS UX-Design: Der Konzeption von User Flows. Diese definieren den Weg des Users durch die Software – vom Dashboard bis zur Erfüllung eines kleinen Tasks. 

Unser Tipp:

Beachten Sie unbedingt unterschiedliche Benutzergruppen! Ein Sachbearbeiter hat andere Aufgaben und benötigt andere Informationen als eine Abteilungsleiterin. 

2) SaaS UI-Design: Ein Beispiel aus der Praxis

Produkte, Daten, Prozesse: Die Benutzeroberfläche Ihrer Software soll Nutzer:innen schnelle Orientierung ermöglichen – und sie nicht mit Features und Details erschlagen. Die Frage ist also: Welche Informationen, welche Handlungsoptionen sind an welchem Punkt der User Journey zwingend erforderlich? Was ist Nice-to-have? Was schlicht überflüssig? 

Wie gelungenes SaaS UI-Design in der Praxis aussieht, zeigt das folgende Beispiel. Es handelt sich hier um ein Dashboard zur Analyse von Zahlungsdaten, das wir für einen Finanzdienstleister entwickelt haben.

Screenshot von dem Wirecard Design Projekt

Was Sie sich von diesem Dashboard abschauen können:

1. Klare Priorisierung von Informationen
Die wichtigsten KPIs sind direkt in der Kopfzeile platziert. Danach folgen maximal zwei Diagramme pro Zeile. Dank der einheitlichen Größe der Elemente wirkt das Interface clean und aufgeräumt. 

2. Ausgefeilte Datenvisualisierung
Einnahmen, Rückerstattungen, genutzte Zahlungsmethoden u.v.m – hinter jedem einzelnen Diagramm verbergen sich Berge an Daten und Informationen. Die Kunst liegt in der passenden Darstellungsform: übersichtlich und sofort verständlich.

3. Kontextuelle Shortcuts
Übersichtlichkeit und Priorisierung bedeutet natürlich nicht, dass Informationen verloren gehen. Sie werden nur dort platziert, wo User sie tatsächlich benötigen. Per Klick auf eine der Kacheln des Dashboards gelangen Nutzer:innen zu erweiterten Ansichten mit vertiefenden Analyse-Diagrammen, ohne den Kontext zu verlieren.

4. Funktionales Design
Die passende Typographie, die Darstellung von Zahlen und Ziffern sowie gezielt gesetzte Farbhighlights innerhalb der Elemente und Diagramme erleichtern Nutzer:innen die Orientierung zusätzlich.  

3) Geschäftsziele vs. Userneeds

Auf den ersten Blick herrscht perfekte Harmonie zwischen Ihren Geschäftszielen und den Bedürfnissen Ihrer User. Denn eine konsequent auf ihre User bzw. Customer Experience hin optimierte Software wird von allen gemocht und schließlich auch gekauft werden. Doch ganz so einfach ist es nicht. Beispiel: Upselling. 

Wir alle kennen den ausgegrauten Button, der in so vielen Software-Applikationen auftaucht und Zugang zu den wirklich spannenden Features bietet. Ist das userfreundlich? Kein Stück! Ist das verkaufsfördernd? Oh YES!

Das Beispiel zeigt, wie Geschäfts- und User-Interessen miteinander konkurrieren. Damit wird die Gestaltung eines User Interface immer auch zur Suche nach einem Kompromiss – und der ist nicht leicht zu finden. Deswegen ist UI-Design immer ein iterativer Prozess aus Konzept, Prototyp und User Tests.

Graphische Darstellung von User Needs

4) Die Technik: Vom Konzept zum Code

Die besten Ideen und das ausgefeilteste UX-Konzept sind wertlos, wenn Daten nicht erscheinen, Animationen ruckeln, das Caching nicht funktioniert und damit jeder Klick nervige Wartezeiten auslöst. Bis die Seite fertig geladen ist, testet Ihr User schon längst die Software des Wettbewerbs. Also: Sorgen Sie dafür, dass die Performance stimmt – und zwar nicht nur auf dem Desktop, sondern auch Mobile.

SaaS User Experience: Der Schlüssel zum Herz Ihrer Kund:innen

Ihre SaaS-Lösung muss Nutzer:innen nicht nur überzeugen, sie muss sie verführen. Das gelingt mit einer Benutzeroberfläche, die nicht nur fantastisch aussieht, sondern Usern das Gefühl vermittelt, ihnen wirklich zu helfen. Ist das geschafft, steht einer glücklichen Beziehung nichts im Wege.

Ihr Experte für SaaS User Interfaces im B2B 

SaaS User Experience beschäftigt uns nicht nur in der Theorie, sondern in unserer täglichen Arbeit – seit über 20 Jahren. Wir verbinden die Disziplinen Strategie, UX/UI-Design und Technologie und erschaffen einzigartige Benutzeroberflächen für SaaS-Applikationen im B2B.

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Über den Autor

André Bachofner

André Bachofner ist Inhaber und Geschäftsführer bei SNK. Seine Expertise liegt im Experience Design für B2B Unternehmen entlang des gesamten Customer Lifecycles. Der Nutzer steht im Mittelpunkt seines Interesses. Die ideale Verbindung aus Business Value und Usability sind sein erklärtes Ziel.