Die Customer Journey verschiebt sich ins „Zero Click Internet“. Doch wer glaubt, die Website verliere an Bedeutung, irrt. Im Agentic Age entscheidet nicht mehr nur der Nutzer, sondern auch der AI Agent über Ihren Erfolg.
Wir erklären, warum das Agentic Web Eure Website nicht überflüssig macht, sondern zur wichtigsten Schnittstelle Eurer Marke befördert.

„In spätestens zwei Jahren gibt es keine Webseiten mehr.“ Solche Aussagen liest man aktuell überall – vor allem im Kontext von KI, Chatbots und dem sogenannten Zero Click Internet. Die These dahinter: Nutzer stellen ihre Fragen direkt an AI-Systeme, bekommen sofort Antworten und haben keinen Grund mehr, auf Websites zu klicken.

Ist das also der Tod der Website? Nein – aber ihre Rolle verändert sich gerade grundlegend.

Es geht heute nicht mehr um ‘Website oder AI’, sondern um ‘Website und AI’.
Sarah Volpert Head of UX, schoene neue kinder GmbH

Mit dieser Einschätzung von Sarah Volpert stehen wir am Anfang einer neuen Ära des Internets: dem Agentic Web. In dieser Welt verschieben sich die Fronten zwischen Suchmaschine, Nutzer und Inhaltsanbieter. Um zu verstehen, wie Unternehmen darauf reagieren müssen, werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Entwicklungen.

Vom Nutzer zur Maschine:

Das Agentic Web

Im Agentic Web interagieren nicht mehr nur Menschen mit Websites, sondern auch AI Agents. Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews greifen aktiv auf Inhalte zu, bewerten sie und nutzen sie als Grundlage für ihre Antworten. Websites sind damit nicht mehr nur Touchpoint für Nutzer, sondern auch Datenquelle für Maschinen.

Zero Click Internet:

Warum Reichweite nicht mehr auf deiner Website landet

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist das Zero Click Internet. Immer mehr Suchanfragen enden ohne Klick, weil Antworten direkt ausgespielt werden. Laut aktuellen Beobachtungen werden bereits für rund 20 Prozent der Suchanfragen AI-Zusammenfassungen angezeigt – und etwa die Hälfte der Nutzer klickt danach nicht mehr weiter.

Auf den ersten Blick klingt das wie das Ende klassischer Websites. Tatsächlich verschiebt sich vor allem die Customer Journey.

Was Googles KI-Pläne für Websites bedeuten

Zusätzliche Brisanz bekommt das Thema durch ein aktuell diskutiertes Google-Patent (Google AI Patent US12536233B1): KI-generierte, dynamisch angepasste Webseiten direkt aus der Suche heraus. Inhalte könnten analysiert, neu zusammengestellt und optimiert ausgespielt werden – teilweise ohne dass Nutzer die originale Website besuchen. 

Was heute noch wie Zukunftsmusik klingt, macht vor allem eines deutlich: Die Rolle der Website verschiebt sich weiter – weg von der reinen Zielseite, hin zur strukturierten Grundlage für alles, was AI daraus macht.

Und genau hier wird es für Unternehmen entscheidend.

Warum Websites im Agentic Age entscheidend bleiben

AI kann informieren und Empfehlungen abgeben. Die Grundlage dafür liefern jedoch nach wie vor Websites.

Denn AI ist auf Content angewiesen. Je strukturierter, zugänglicher und sichtbarer Inhalte sind, desto besser können sie verarbeitet, bewertet und ausgespielt werden. Gerade im B2B gilt: AI kann viel vorbereiten – die Entscheidung fällt auf der Website.

Neue Anforderungen an Websites im B2B

Websites müssen heute mehr können als je zuvor. Sie müssen „agentenfähig“ werden:

Zwei Zielgruppen bedienen:

Menschen (Emotion/Vertrauen) und AI Agents (Struktur).

Strukturiert denken:

Klare Antworten, FAQs und standardisierte Datenformate.

Sichtbarkeit für AI:

Inhalte müssen für Crawler einfach zitierfähig sein.

Einfach funktionieren:

Klare Navigation, reduzierte Komplexität und eindeutige Call-to-Actions.

Vertrauen schaffen:

Dort konvertieren, wo die endgültige Entscheidung getroffen wird.

Kontrolle behalten:

Über Marke, Daten und Customer Journey.

Wann Websites wirklich zum Problem werden

Wenn Websites heute an Relevanz verlieren, liegt das selten an der Technologie – sondern an der Umsetzung, wie Sarah erklärt: “Wenn der User die Website nicht mehr als Schaufenster wahrnimmt, dann ist eigentlich schon etwas falsch. Dann hat sich die Website selbst irrelevant gemacht.“

Das Problem liegt dabei oft tiefer, denn: “Wenn keine klare Zielsetzung hinter der Website steht und keine gute User Experience vorhanden ist, wird sie nicht verstanden – und dann auch nicht gebraucht.

Die Konsequenz ist logisch, wie unsere Head of UX zeigt: “Dann springen Nutzer ab und sagen: Das kann ich auch alles über KI lösen. Ich muss mich dafür gar nicht mehr mit der Marke auseinandersetzen.

Fazit

Website und AI statt Website oder AI

Im Agentic Age übernimmt AI die Suche, Plattformen liefern Reichweite – aber die Website bleibt der Ort, an dem Entscheidungen getroffen werden. Oder anders gesagt: Sie wird zur Schnittstelle zwischen Mensch, Marke und Maschine.

Website und AI müssen zusammengedacht werden. Sie dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden – sondern müssen Hand in Hand funktionieren, schließt Sarah ab.

Fest steht auf jeden Fall. Wer jetzt umdenkt, legt den Grundstein für nachhaltigen, digitalen Erfolg.